6 Probleme die ich mit Selbstmanagement habe und wie man sie löst

Selbstmanagement

Selbstmanagement ist ein Skill den man lernen kann. Doch wie bei jeder Fähigkeit kommt man anfangs schnell voran und trifft dann auf ein Plateau. Obwohl ich zwar jeden Tag meine Aufgaben erledige, werde ich nicht schnell genug fertig. Vielleicht geht es dir ähnlich. Du weißt genau was zu erledigen ist und am Ende des Tages hast du die To-Do-List durch, doch irgendwie hätte das schneller gehen können.

Level 1: Ich Prokrastiniere.

Ich weiß, dass die Aufgaben am Ende des Tages erledigt sein werden. Daher fühle ich mich nicht besonders schuldig sie zu verschieben. Doch wenn ich schneller fertig wäre, könnte ich insgesamt mehr erledigen. Die Lösung ist es, meine Aufschieberitis wahrzunehmen und dagegen vorzugehen.

 „Och nö, ich hab kein bock…aber ich mach es jetzt trotzdem!“

Der zweite Teil: „…aber ich mach es jetzt trotzdem!“, sollte folgen sobald einem auffällt, dass man seine Aufgaben aufschiebt. Auf diese Weise ändert man eine Negative Gewohnheit in eine Positive.

Auslösereiz: Die Prokrastination „Ich hab kein Bock.“/“Ich fühl mich nicht danach.“

Neue Routine: „…aber ich mach es jetzt trotzdem.“

Um den Gewohnheitskreislauf zu schließen, solltest du dich schon vor der Arbeit belohnen. Denn das Überwinden ist die Gewohnheit die man ausbildet.

Level 2: Ich hatte keine Deadlines

Naja… das stimmt nicht ganz. Meine Deadline ist am Ende des Tages. Doch dabei entsteht ein Problem: Das Parkinsonsche Gesetz wirkt.

„Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.“¹

Also dehne ich meine Aufgaben über den ganzen Tag. Eine Lösung für das Problem, sind Deadlines. Doch oft hält man sich nicht an seine Deadlines(Falls du dich an deine eigenen Deadlines hältst, dann schau dir dieses 15-Sekunden-Video an).

Statt sich also einfach nur Deadlines festzulegen, kann man auch künstlichen Druck erzeugen. Dafür gibt es zum Beispiel Beeminder. Hältst du dich nicht an deine Vorgaben, musst du Bares zahlen. Alternativ kannst du dir auch einen Studenten mieten, der dich immer mit einer Gabel piekst wenn du dich ablenken lässt. Oder du probierst „Timeboxing“ aus.

Eine Timebox ist ein Zeitrahmen, den du für jede Aufgabe auf deiner To-Do-List festlegst. Du musst dann innerhalb dieses Zeitfensters deine Aufgabe erledigen. Der Vorteil ist, dass man die Aufgabe nur noch auf diesen Zeitrahmen dehnt.

Wenn du wie ich Schwierigkeiten hast, dich an deine Deadlines zu halten, kannst du auch deinen gesamten Tag mit solchen Zeitfenstern füllen. Auf diese Weise peitschst du dich von einer Aufgabe zur nächsten. Anfangs kann es vorkommen, dass man sich nicht 100% an seinen Plan hält. Doch nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran und arbeitet im Zeitrahmen.

Es ist notwendig herauszufinden, wie lange man für das Erledigen einer Aufgabe braucht, um seine Aufgaben auf Zeitfenster zu verteilen. Hältst du dich nicht an deinen Zeitrahmen, musst du umplanen, oder Aufgaben ausfallen lassen. Das ist lästig und je öfter das vorkommt, desto größer ist das Verlangen solche Zeitverschiebungen zu vermeiden. Das Ergebnis: Man hält sich an seinen Plan.

Level 3: Meine Willenskraft ist so schwach wie Captain America ohne Infinity-Formula-Serum.

Das einzige was du über Willenskraft wissen musst ist, dass sie sich verhält wie ein Muskel. Das bedeutet für uns, dass wir sie nicht nur trainieren können, sondern sie auch erschöpfen kann. Willenskraft wird immer dann verbraucht wenn wir eine Entscheidung treffen. Dabei spielen auch die kleinen Entscheidungen eine Rolle. Je unangenehmer es ist, die Entscheidung zu treffen, desto mehr Willenskraft ist notwendig.

Doch genau auf diese Weise wird der „Willenskraft-Muskel“ trainiert. Wenn wir ihn nie benutzen, wird er schwach. Es gibt aber zwei Lösungen für das Problem und meiner Meinung nach, sollte man beide anwenden.

  1. Man reduziert den Widerstand gegenüber der unangenehmen Entscheidung (Wie das geht erkläre ich in diesem Beitrag: Willenskraft hacken – 7 Werkzeuge um endlich anzufangen)
  2. Man trainiert seine Willenskraft indem man unangenehme Entscheidungen trifft. Zum Beispiel mit der Oben genannten Methode auf Level 1.

Nach einiger Zeit fällt es immer leichter solche Entscheidungen zu treffen. Um keine Zeit beim erledigen der Aufgaben zu verschwenden, ist ein Starker „Willenskraft-Muskel“ notwendig. Je stärker die Willenskraft, desto früher fängt man an und desto schneller ist man fertig.

Level 4: Ich verschwende meine Zeit mit Beschäftigungen die keine Schuldgefühle verursachen

Hin und wieder erwische ich mich dabei, wie ich auf die wirklich spaßigen Sachen verzichte. Der Grund dafür ist, dass ich mich schuldig fühle, weil ich noch nicht alle Aufgaben erledigt habe. Kurz darauf scrolle ich durch 9gag…
Woran liegt das?

Es gibt Belohnungen, die nur eine geringe Intensität haben. Dazu gehört zum Beispiel der Medienkonsum. Solche geringen Belohnungen verursachen kaum Schuldgefühle. Daher fällt es uns leicht vor der Glotze zu sitzen, oder durch Facebook zu scrollen.

Um dieses Verhalten zu vermeiden, sollten wir die wirklich intensiven Belohnungen mit unserer Aufgabe verbinden. Da Belohnungen ein Teil des Gewohnheitskreislaufs sind, entwickelt man auf diese Weise eine Arbeitsgewohnheit.

Lösung: Man überlegt sich eine Belohnung, die man nach der Aufgabe genießt.

Level 5:  Meine Willenskraft ist ermüdet

Manchmal kommt es vor, dass ich meine ganze Willenskraft mit Beschäftigungen ermüde, die keine Priorität haben sollten. Eben diese, die keine Schuldgefühle verursachen. Doch obwohl das Beschäftigungen sind, die kaum Anstrengung benötigen, entziehen sie in der Summe viel Energie.

Lösung: Man findet heraus was die Prioritäten sind und arbeitet zuerst an den wichtigsten Aufgaben des Tages. Hier kannst du herausfinden mit welchen Methoden man seine Prioritäten setzen kann.

Level 6: Ich „fühle“ mich nicht danach

Schlechte Laune macht es schwer zielorientiert zu handeln. Motiviert zu sein, bedeutet im Grunde sich so zu fühlen, dass man sich aus freiem Willen, mit einer Sache beschäftigt. Doch Motivation ist sehr wechselhaft. Sie kann von einem Moment zum anderen verschwinden und wieder auftauchen. Woran liegt das?

We need to think to plan but we need to feel to act.

– Eric Barker

Fass dir mal an die Stirn. Dort im vorderen Teil des Schädels liegt der Präfrontale Cortex. Dieser Bereich des Gehirns hängt mit der Handlungssteuerung und Regulation emotionaler Prozesse zusammen. Es ist anzunehmen, dass Emotionen und Handlungen zusammenhängen. Nicht nur, dass Emotionen Handlungen auslösen, sondern Handlungen können auch Emotionen auslösen. So führt eine stramme Haltung zu einem besseren Körpergefühl als eine schlaffe Haltung. Außerdem gibt es zwei wichtige Motivationen, die im Menschen eine Handlung auslösen:

  1. Wir wollen negative Gefühle beseitigen.
  2. Wir wollen positive Gefühle erschaffen.

Dabei ist die erste Motivation dominant. Wer also eine schlechte Laune hat, wird warscheinlich nicht motiviert sein, an seinen Aufgaben zu arbeiten.

Lösung: Man bringt sich in eine positive Stimmung. Überlege dir etwas, dass dir gute Laune bereitet.

 

Wie gehst du vor, wenn die Motivation Urlaub macht? Lass es mich wissen :3

Was auf Cabookery zukommt

  • Cabookery zieht um und wird umbenannt, weil es ursprünglich ein Name für ein anderes Projekt war.
  • Ich schreibe derzeit an einem Buch, welches eine Anleitung ist, um sich die tägliche Arbeit an seinen Zielen anzugewöhnen. Dieses befindet sich in Phase 2: Korrektur und wird bald veröffentlicht.
  • Fühl dich frei den Newsletter zu abonnieren, wenn du den Umzug nicht verpassen willst. Ich werde da sein. Du auch?

 

Quellen:

¹ The Economist Nr. 5856 vom 19. November 1955 (Bd. 177, S. 635–637)

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